Das deutsche Jugendinstitut und Robert Koch-Institut erfassen mit einem neuen Register, wie Kitas und Tagespflege auf das Corona - Infektionsgeschehen reagieren. Kitas und Tagespflegestellen sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Die beiden Institute wollen in den kommenden Wochen und Monaten Erkenntnisse zusammentragen, wie die Einrichtungen und die Tagespflege auf die organisatorischen, hygienischen und pädagogischen Herausforderungen während der Pandemie reagieren und wie sich das Infektionsgeschehen auf die Kindertagesbetreuung auswirkt. Ziel ist es, Erkrankungsrisiken in den Kitas und der Tagespflege besser einschätzen und Lösungsansätze identifizieren zu können. Die Studie soll zudem klären, wie stark das bisherige und weitere Öffnungsgeschehen mit gehäuften Infektionen von Kindern und Erwachsenen einhergeht und dazu beitragen, Familien und Fachkräfte gezielter zu schützen.

Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland sollen sich an wöchentlichen Umfragen beteiligen, die Teilnahme soll nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Abgefragt werden zum Beispiel die Betreuungszeiten, die aktuellen Hygienemaßnahmen, die Anzahl der betreuten Kinder sowie Informationen zur Raum- und Personalsituation in den Einrichtungen. Die Ergebnisse werden regelmäßig aktualisiert und auf der Projektwebsite corona-kita-studie.de sowie in den Monatsberichten des DJI veröffentlicht.

Die Studie läuft bereits seit Mai bundesweit. Sie zeigt beispielsweise eine sehr unterschiedliche Auslastung der Kitas zum Zeitpunkt Ende Juni kurz vor dem Start der Sommerferien in einigen Ländern von 53 % in Bayern bis 85 % in Thüringen. Nach den Ferien sollen überall die Kitas und Schulen den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass zuletzt etwa ein Drittel der positiv getesteten Kinder zwischen ein und fünf Jahren eine Kita besucht haben. Unklar ist, ob sie sich in der Einrichtung angesteckt haben oder außerhalb.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt die Corona-Kita-Studie und fordert die Kita-Träger auf, sich an der Untersuchung zu beteiligen. Zudem begrüßte die Bildungsgewerkschaft den Vorstoß von Familienministerin Franziska Giffey (SPD), die einen Corona-Kita-Rat einrichten will, und das Investitionsprogramm, mit dem zusätzlich eine Milliarde Euro bereitgestellt werden soll. Das zusätzliche Investitionsprogramm für Hygienemaßnahmen soll den Trägern und Kommunen eine breite Nutzung ermöglichen: vom Ausbau von Lüftungsmöglichkeiten bis zur digitalen Ausstattung, um bei einer möglichen Schließung der Kita alle Kinder und Eltern zu erreichen. Zudem sollen Ausbauprogramme, die bereits in der Schublade liegen, finanziert werden können.

Die Erhebung läuft bis Dezember 2021. Anmeldung zum KiTa-Register und weitere Informationen unter www.corona-kita-studie.de.

 

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