1933 eröffnet, 2016 geschlossen – jetzt gibt es für das Strandbad Tegel wieder eine Zukunft. Neuer Betreiber soll der Verein Moabit e.V. sein. Nächstes Jahr gibt es dann kostenfreien Eintritt für Kinder sowie Kultur- und Freizeitangebote für alle.

Vier Jahre ist es her, dass die Genehmigung zum Betreiben des Strandbades Tegel erloschen ist, nun ist der Fortbestand des Bades am Tegeler See in Reinickendorf gesichert. Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) einigten sich mit der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) auf einen neuen Betreiber für das traditionsreiche Bad.

Freibad Tegeler See 01. Foto jpgFoto: Lienhard Schulz

Gesellschafterin der Betreibergesellschaft ist der Neue Nachbarschaft/ Moabit e.V. Der Verein ist eine der größten Nachbarschaftsinitiativen der Stadt, die für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet wurde. „Wir wollen den Berlinerinnen und Berlinern ihr altes Strandbad Tegel wiedergeben“, sagt Marina Naprushkina, Geschäftsführerin der neu gegründeten Strandbad Tegelsee gGmbH.

Kernpunkte des Betriebskonzepts seien Erholung und Kultur, im Vordergrund solle dabei das Gemeinnützige stehen. So ist geplant, allen Kindern und Jugendlichen freien Eintritt zu gewähren, außerdem soll es ein niedrigschwelliges Kulturangebot geben, eine rein vegetarische Gastronomie sowie Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.

Anders als bei anderen Strandbädern üblich, wurde zum Betrieb des Bades ein Erbbaurecht für die Dauer von 40 Jahren vergeben. Die lange Laufzeit gibt den neuen Betreibern Planungssicherheit, um die nötigen Investitionen in das Strandbad tätigen zu können. Bevor das Bad im Mai kommenden Jahres den Betrieb wiederaufnimmt, muss unter anderem die Abwasseranlage erneuert werden.

Das Strandbad Tegel wurde vor bald 90 Jahren nach Aufschüttung eines Sandstrandes eröffnet. Es liegt am Westufer des Tegeler Sees, dem zweitgrößten Berliner See. 2016 musste das Freibad geschlossen werden, weil Umweltauflagen im Wasserschutzgebiet nicht eingehalten werden konnten. Die Wiedereröffnung war in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert worden. Für besondere Empörung sorgte die Verfüllung der Abwasserrohre mit Beton – die Aktion wurde als Versuch gewertet, das Bad auf Dauer unbenutzbar zu machen.

Das Strandbad verfügte bis zur Schließung über Rutschen, eine Badeinsel, einen Sprungturm und einen FKK-Strand. 2000 Besucher täglich genossen Ostsee-Feeling im Berliner Norden.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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